Heute eine Wallbox – morgen mehrere Einzellösungen
Oft beginnt Elektromobilität mit einem einzelnen Bewohner. Wird nur dieser Stellplatz betrachtet, entstehen schnell voneinander unabhängige Leitungs-, Steuerungs- und Abrechnungslösungen. Mit jedem weiteren Ladepunkt wird das Gesamtsystem schwieriger.
Technisch sinnvoller ist es, früh zu klären, wie viele Stellplätze langfristig elektrifiziert werden könnten. Nicht jeder Ladepunkt muss sofort gebaut werden – die Grundstruktur sollte eine spätere Erweiterung aber ermöglichen.
2 · HausanschlussWie viel zusätzliche Leistung ist tatsächlich verfügbar?
Entscheidend ist nicht nur die Summe maximaler Ladeleistungen, sondern welche Leistung das Gebäude bereits benötigt und welche Verbraucher gleichzeitig auftreten. Bei größeren oder unübersichtlichen Bestandsanlagen kann eine Lastgangmessung reale Spitzen und Reserven sichtbar machen.
Mehr Ladepunkte bedeuten nicht automatisch die Summe ihrer Maximalleistungen
Mit dynamischem Lastmanagement wird die verfügbare Ladeleistung an die aktuelle Gebäudelast angepasst und auf angeschlossene Fahrzeuge verteilt. Dadurch kann eine größere Zahl von Ladepunkten trotz begrenzter Anschlussleistung möglich sein.
Die Auslegung muss zum Nutzungsprofil passen. Fahrzeuge, die über Nacht stehen, benötigen nicht permanent maximale Leistung; bei Gewerbeflotten können dagegen Abfahrtszeiten und Prioritäten entscheidend sein.
4 · InfrastrukturLeitungen, Datenverbindung und Platzreserven mitdenken
Ein skalierbares Konzept betrachtet nicht nur die Wallbox. Dazu gehören Kabelwege, Unterverteilungen, Schutz- und Schaltgeräte, Messkonzept, Kommunikation und Platz für spätere Erweiterungen. Gerade in Tiefgaragen kann eine vorbereitete Trassen- und Verteilstruktur spätere Eingriffe reduzieren.
5 · AbrechnungWer lädt wie viel – und wer bezahlt?
Früh sollte geklärt werden, wie Verbräuche Nutzern zugeordnet werden. Die Lösung hängt davon ab, ob Stellplätze Eigentümern, Mietern, Dienstwagen oder wechselnden Nutzern zugeordnet sind. Bei abrechnungsrelevanten Messungen sind die jeweils einschlägigen mess- und eichrechtlichen Anforderungen zu beachten.
6 · HerstellerwahlNicht jede Wallbox eignet sich gleich gut für ein wachsendes System
Bei mehreren Ladepunkten werden Lastmanagement, Kommunikationsschnittstellen, Nutzerfreigabe, Messung, Backend-Anbindung, PV-Integration und Erweiterbarkeit wichtig. Wir sind nicht an einen einzelnen Hersteller gebunden und wählen das System passend zum Projekt aus.
7 · § 14a EnWGSteuerbarkeit bei neuen privaten Ladepunkten mitplanen
Neue nicht öffentlich zugängliche Ladeeinrichtungen können bei einer Netzanschlussleistung von mehr als 4,2 kW unter § 14a EnWG fallen. Bei mehreren steuerbaren Verbrauchseinrichtungen kann eine Steuerung über ein Energiemanagementsystem sinnvoll sein, das eine gesamthafte Leistungsgrenze innerhalb der Kundenanlage verteilt.
Technisches Konzept und Beschlussfassung aufeinander abstimmen
Wohnungseigentümer können nach § 20 WEG grundsätzlich angemessene bauliche Veränderungen verlangen, die dem Laden elektrisch betriebener Fahrzeuge dienen. Über die konkrete Durchführung ist innerhalb der Gemeinschaft zu entscheiden. Hilfreich ist deshalb ein verständliches technisches Konzept mit Ausgangslage, Ausbaustufen, Grundinfrastruktur, Lastmanagement und Messkonzept.
9 · PlanungWas wir prüfen
- Hausanschluss, Zähleranlage und Verteilungen
- Gebäudelast und geplante Verbraucher
- bei Bedarf Lastgangmessung und Netzanalyse
- heutige und perspektivische Ladepunkte
- Leitungswege und Platzreserven
- dynamisches Lastmanagement
- Mess- und Abrechnungskonzept
- Nutzerfreigabe und Kommunikation
- § 14a und Steuerbarkeit
- PV, Batteriespeicher und Energiemanagement
- Erweiterbarkeit und Herstellerstrategie
- Abstimmung mit dem Netzbetreiber
Ladeinfrastruktur für mehrere Stellplätze geplant?
Elektrotechnik Schlenter entwickelt skalierbare Ladeinfrastruktur für Mehrfamilienhäuser, WEG und Gewerbe. Bei umfangreicheren Bestandsanlagen können Lastgang- und Netzmessungen zunächst zeigen, welche Reserven tatsächlich vorhanden sind.
Häufige Fragen
Muss für jede neue Wallbox der Hausanschluss größer werden?
Nein. Das hängt von Gebäudelast, Anschlussleistung, Anzahl und Nutzung der Ladepunkte sowie Lastmanagement ab.
Müssen alle Stellplätze sofort eine Wallbox erhalten?
Nein. Häufig ist eine skalierbare Grundinfrastruktur sinnvoll, an die Ladepunkte nach Bedarf angeschlossen werden.
Kann eine WEG gemeinsames Lastmanagement nutzen?
Ja. Gerade bei mehreren Ladepunkten kann verfügbare Leistung koordiniert verteilt werden.
Welche Wallbox-Marke ist die beste?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Lastmanagement, Abrechnung, Schnittstellen, Nutzerverwaltung, PV-Integration und Erweiterbarkeit bestimmen die passende Lösung.
Für die konkrete Umsetzung sind insbesondere § 14a EnWG und die Festlegungen der Bundesnetzagentur, das Wohnungseigentumsgesetz sowie die Anschlussbedingungen des zuständigen Netzbetreibers zu prüfen. Mess- und Abrechnungskonzepte sind anhand der konkreten Nutzung gesondert zu bewerten.
