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Wärmepumpe · Abtauung · Hydraulik

Beim Abtauen werden die Heizkörper kalt – normal oder hydraulisches Problem?

Beim Abtauen einer Luft/Wasser-Wärmepumpe wird kurzzeitig Wärme benötigt, um Eis am Außengerät zu entfernen. Dass sich Temperaturen verändern, ist normal. Werden Heizkörper aber regelmäßig deutlich kalt oder sinkt der Raumkomfort, sollte das Gesamtsystem geprüft werden.

Stand 09.08.2026 fachlich eingeordnet
Gesamtsystem WP + Hydraulik + Heizflächen
Fremdanlagen Diagnose & Optimierung
20-Sekunden-Kurzfassung

Eine kurze Temperaturänderung beim Abtauen kann normal sein. Deutliches Auskühlen sollte man genauer ansehen.

Bei vielen Luft/Wasser-Wärmepumpen wird der Kältekreis zum Abtauen umgekehrt. Die benötigte Energie stammt – je nach Anlagenkonzept – aus Heizwasser bzw. einem vorgesehenen Wasservolumen oder Speicher. Reichen Wärmeinhalt oder Volumenstrom nicht aus oder ist die Hydraulik ungünstig, kann sich die Abtauung stärker an den Heizflächen bemerkbar machen. Maßgeblich sind immer auch die Herstelleranforderungen der konkreten Anlage.

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1 · Abtauenergie

Warum braucht die Wärmepumpe beim Abtauen Wärme?

Am kalten Verdampfer kann sich bei feuchter Witterung Reif oder Eis bilden. Viele Anlagen beseitigen es durch Umkehr des Kältekreises. Für kurze Zeit wird Wärme zum Außengerät transportiert, statt sie wie im Heizbetrieb an das Gebäude abzugeben.

Woher diese Wärme kommt, hängt vom Anlagenkonzept ab. Bei manchen Systemen wird Heizwasser beziehungsweise ein integriertes oder externes Puffervolumen genutzt. Deshalb müssen Hydraulikschema und Herstellerunterlagen gemeinsam betrachtet werden.

Entscheidend: Nicht jede fühlbare Temperaturänderung ist ein Fehler. Relevant ist, ob die Anlage zuverlässig abtaut und der Komfort im Gebäude angemessen bleibt.
2 · Heizkörper

Warum fällt der Effekt bei Heizkörpern besonders auf?

Heizkörper reagieren schnell auf Änderungen der Heizwassertemperatur. Wird während der Abtauphase vorübergehend weniger Wärme in den Heizkreis geliefert oder dem Heizwasser Energie entzogen, kann das an ihrer Oberfläche unmittelbar spürbar sein.

Ein kurzzeitig weniger warmer Heizkörper ist anders zu bewerten als Heizkörper, die regelmäßig deutlich auskühlen und den Raumkomfort beeinträchtigen. Dauer und Häufigkeit der Abtauung gehören deshalb immer zur Diagnose.

3 · Volumenstrom

Mindestvolumenstrom ist kein Nebenthema

Der Hydraulikleitfaden des Bundesverbands Wärmepumpe behandelt Mindestvolumenstrom und Mindestvolumen ausdrücklich als Planungsgrößen. Die konkreten Anforderungen hängen vom Gerät und Hydraulikkonzept ab. Viele geschlossene Thermostatventile, ungünstige Pumpeneinstellungen, verschmutzte Filter oder hohe Druckverluste können den verfügbaren Volumenstrom beeinflussen.

Bei auffälligem Abtauverhalten prüfen wir deshalb Pumpenbetrieb, Ventilstellungen, Filter bzw. Schmutzfänger, hydraulischen Abgleich und die tatsächlichen Volumenströme.

4 · Wasservolumen

Steht genügend nutzbare Wärme zur Verfügung?

Auch das erforderliche Wasservolumen ist hersteller- und systemabhängig. Fußbodenheizungen bringen häufig bereits ein größeres Anlagenvolumen mit. Bei Heizkörperanlagen oder stark zonierten Systemen kann die Situation anders aussehen.

Ein Pufferspeicher kann Mindestvolumen bereitstellen und unterschiedliche Volumenströme hydraulisch entkoppeln. Daraus folgt aber nicht, dass jedes Abtauproblem mit einem größeren Speicher gelöst wird.

5 · Pufferspeicher

Speicher vorhanden – und die Heizkörper werden trotzdem kalt?

Dann ist die Einbindung wichtiger als die reine Literzahl. Anschlusspositionen, Pumpen, Umschaltventile, Sensoren und die hydraulische Verschaltung bestimmen, welches Wasservolumen der Wärmepumpe im jeweiligen Betriebszustand tatsächlich zur Verfügung steht.

Wir empfehlen daher keine zusätzliche Komponente allein aufgrund des Symptoms. Zuerst wird geprüft, wie die bestehende Anlage wirklich arbeitet.

6 · Verlaufsmessung

Temperaturverläufe sind aussagekräftiger als eine Momentaufnahme

Gerade bei Abtauproblemen sind Verlaufsmessungen hilfreich. Vorlauf, Rücklauf, relevante Speicher- und Sensortemperaturen, Volumenstrom und Betriebszustände werden zeitlich zueinander betrachtet. Bei Bedarf ergänzen wir elektrische Leistungs- und Verbrauchsmessungen.

So lässt sich erkennen, wie stark die Temperatur während des Abtauens fällt, wie schnell sich das System erholt und ob Pumpen oder Ventile im richtigen Betriebszustand arbeiten.

7 · Ursache der Abtauung

Auch ungewöhnlich häufige Abtauvorgänge gehören geprüft

Selbst ein technisch funktionierender Abtauvorgang kann störend werden, wenn die Anlage außergewöhnlich häufig abtaut. Dann betrachten wir zusätzlich Wetterbedingungen, Vereisungsbild, Luftführung, Verdampfer, Kondensatablauf, Sensorik und Regelung.

Damit schließt sich der Kreis zum vorherigen Fachbeitrag über auffällige Vereisung.

8 · Kältekreis

Wenn die Abtauung selbst nicht plausibel abläuft

Liegt die Auffälligkeit nicht nur auf der Heizungsseite, kann eine weitergehende Kältekreisdiagnose erforderlich sein. Je nach Anlage gehören dazu Druck- und Temperaturmessungen sowie die Bewertung der realen Betriebszustände.

Bei begründetem Verdacht können außerdem Dichtheitsprüfung und – wenn technisch erforderlich – Rückgewinnung beziehungsweise Absaugen und Wiegen der Kältemittelmenge folgen. Damit lässt sich eine mögliche Abweichung gezielt prüfen, statt Kältemittel oder Bauteile auf Verdacht zu tauschen.

9 · Prüfweg

Was wir bei diesem Fehlerbild betrachten

  • Abtauhäufigkeit und Abtaudauer
  • Vorlauf- und Rücklauftemperatur im Verlauf
  • Temperaturabfall und Erholung nach der Abtauung
  • Volumenstrom im Heiz- und Abtaubetrieb
  • Pumpen, Ventile, Filter und Schmutzfänger
  • hydraulischen Abgleich und verfügbare Heizkreise
  • nutzbares Anlagen- bzw. Puffervolumen
  • Einbindung vorhandener Pufferspeicher
  • Regelung, Sensorwerte und Fehlerspeicher
  • Vereisungsbild, Luftführung und Kondensatablauf
  • bei Bedarf Druck- und Temperaturmessungen im Kältekreis
  • bei begründetem Verdacht Dichtheits- und Füllmengenprüfung

Heizkörper werden bei jedem Abtauvorgang deutlich kalt?

Elektrotechnik Schlenter analysiert Wärmepumpen-Bestandsanlagen im Raum Roetgen, Aachen und der Eifel – auch Anlagen anderer Errichter. Wir betrachten Wärmepumpe, Kältekreis, Hydraulik, Heizflächen, Regelung und Elektrotechnik als Gesamtsystem.

Häufige Fragen

Ist es normal, dass Heizkörper beim Abtauen kurz kälter werden?

Je nach Anlagenkonzept kann sich die Abtauung kurzfristig an den Heizwassertemperaturen bemerkbar machen. Ob das unproblematisch ist, hängt von Dauer, Häufigkeit, Raumkomfort und den Herstellervorgaben ab.

Brauche ich deshalb einen Pufferspeicher?

Nicht automatisch. Ein Speicher kann Mindestvolumen bereitstellen und hydraulisch entkoppeln, muss aber zum System passen. Vor einer Nachrüstung sollte die Ursache geklärt werden.

Können geschlossene Thermostatventile eine Rolle spielen?

Ja, wenn dadurch der erforderliche Volumenstrom oder das nutzbare Wasservolumen eingeschränkt wird. Die konkrete Wirkung hängt vom Hydraulikschema ab.

Prüfen Sie auch Fremdanlagen?

Ja. Wir führen auch an Anlagen anderer Errichter Fehlersuche, Messungen, Wartung und Optimierung durch.

Fachliche Grundlage:

Der aktuelle Hydraulikleitfaden des Bundesverbands Wärmepumpe behandelt Mindestvolumenstrom, Mindestvolumen und unterschiedliche Speicher-/Hydraulikkonzepte. Die konkrete Abtaustrategie ist herstellerspezifisch; für die Einzelanlage sind daher zusätzlich die jeweiligen Planungs- und Serviceunterlagen maßgeblich.

BWP: Leitfaden Hydraulik →
BWP: Pufferspeicher im Wärmepumpensystem →
Fachbeitrag 04

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Ein systemübergreifendes Thema mit Anschlussleistung, Lastgangmessung, §14a, Energiemanagement und Lastmanagement.

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